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Zukunftsvorstellung –
Das Kapellchen als Nationalheiligtum

Sammelpunkt:

Herzlichen Dank für Deinen lb. Brief. Habe mit Brunner Deine Fragen besprochen. Du denkst ganz richtig über das Kapellchen: Es soll ein Denkmal unserer Dankbarkeit für Mariens Schutz in schwerer Zeit sein. Aber sag an, soll es nicht mehr sein? Wollen wir Sodalen uns und den externen Sodalen nicht eine Art Nationalheiligtum errichten?

Ein Punkt muß sein, um den sich alles konzentriert. Denselben an Personen zu knüpfen, geht wohl auf die Dauer nicht, denn die Menschen leben nicht ewig. Ihn aber an ein Heiligtum der M.t.a. zu knüpfen, das hätte für Generationen hinaus Bestand.

Denke nur einmal an die alten Griechen. An ihrem Nationalheiligtum kamen sie zusammen, Jahrhunderte hindurch. Da fühlten sie sich als Brüder. In den Dienst ihrer Nationalheiligtümer stellten sie in edlem Wettbewerb Kunst und Literatur. Wenn sie durch Bruderkriege entzweit waren, die Liebe zum gemeinsamen Heiligtum führte sie wieder zusammen.

Auch unter den späteren Sodalen könnten ja Mißverständnisse entstehen, aber Liebe zum gemeinsamen Heiligtum der M.t.a. würde sie wieder einen.

Nun käme natürlich die finanzielle Frage. Würde unsere Dankbarkeit hinreichen, unserer M.t.a. ein ihr würdiges Denkmal zu setzen? Wir müssen uns notgedrungen, wenn etwas daraus werden soll, noch an andere wenden. Aber Ihr seid uns mit gutem Beispiel vorangegangen. Wir wollen der Brüder wert sein.

Nun zur Frage der Organisation der SoldatenSodalen. Ich kann Dir ohne Überhebung versichern, in letzter Zeit haben wir viel für diesen Plan gearbeitet.

(24.9.1916) Andreas Schäfer, sod. Mar

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